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Besuch der "Keltenwelt" am Glauberg

keltenfürstDer historische Arbeitskreis des Bürgerforums und zahlreiche weitere interessierte Teilnehmer besuchten am Sonntag, den 28.09.2014, im nahe gelegenen Glauburg (ca. 30 km Luftlinie) das Keltenmuseum am Glauberg. Die organisierte Führung war sehr beeindruckend und informativ. 

Schon seit Jahrzehnten forschen Archäologen der Universität Mainz und der Römisch-Germanischen Kommission am Glauberg nach der Besiedlung des Glaubergs und seines Umlandes in keltischer Zeit. 

Bei einem Erkundungsflug im Jahr 1988 erkannten Heimatforscher am Südhang des Glaubergs die Spuren eines riesigen Grabhügels in einem Getreidefeld. Später wurde noch ein zweiter Grabhügel entdeckt, der durch geophysikalische Messungen lokalisiert werden konnte. Beide Hügel waren eingeebnet und vom Boden aus nicht zu erkennen. Zwischen 1994 und 1997 führte das Landesamt für Denkmalpflege Hessen Ausgrabungen durch. Die Grabanlage wurde anschließend rekonstruiert und steht seitdem zur Besichtigung zur Verfügung. Die reich ausgestatteten Gräber dreier keltischer Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Die Gräber werden zu den keltischen Fürstengräbern gezählt und gehören zu den prachtvollsten, die aus dieser Zeit bekannt sind.

Museum Keltenwelt am Glauberg 0622Neben den eigentlichen Grabanlagen war die Entdeckung einer lebensgroßen Steinfigur eines Kriegers eine weitere Sensation. Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Statue ist mit einer haubenartigen Kopfbedeckung versehen, die als (Mistel-)Blattkrone gedeutet wird und als Grabbeigabe gefunden wurde. Da die Mistel laut antiker Autoren bei den Kelten eine wichtige kultische Bedeutung besaß, mag dies auf die Rolle des Bestatteten als Priester hinweisen. Diese Figur des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist bislang der bedeutendste Fund der Latènekultur in Hessen. Die originale Stele wurde am 24. Juni 1996 geborgen und ist im 2011 eröffneten Museum am Glauberg zu sehen.

Vortrag zur Burgruine Hauenstein

hs1bDie Auftaktveranstaltung zum »Historischen Stammtisch« war ein voller Erfolg. Rund 50 Besucher kamen, um dem Vortrag von Harald Rosmanitz vom Archäologischen Spessartprojekt e.V. zuzuhören. Das Thema Burg Hauenstein wurde von ihm aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Er thematisierte beispielsweise die möglichen Hintergründe für die Entstehung der Burg, ging auf die damaligen Machtverhältnisse ein und zeigte sehr anschaulich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen unserer Region während dieser Zeit auf.

Als Archäologe und Experte für Ausgrabungen ließ er es sich natürlich nicht nehmen, auf die praktische Umsetzung einer Grabung einzugehen. Er erklärte am Beispiel früherer und aktueller Grabungen, wie diese organisiert und durchgeführt werden. Sehr viele Besucher hätten nicht erwartet, dass eine Grabung auch mit Hilfe von Freiwilligen und Kindern - natürlich nach vorheriger Anleitung - durchgeführt werden. Den gezeigten Bildern konnte man jedenfalls entnehmen, dass eine Grabung auch sehr viel Spaß machen kann und den Gemeinschaftssinn fördert.

hs1cHerr Rosmanitz hatte mit seinem Vortrag offenbar großes Interesse geweckt, da im Anschluss noch einige Fragen von den Zuhörern an ihn gerichtet wurden, die er gerne und sehr kompetent beantwortete. Danach wurde an allen Tischen noch einige Zeit über das Thema diskutiert, bis die letzten Gäste gegen Mitternacht den Heimweg antraten. 

Wir bedanken uns bei allen Gästen der Veranstaltung für Ihr Kommen, beim Wirt Jürgen Schäfer für die freundliche Aufnahme in der Gaststätte 'Zur Sommerfrische' und natürlich bei Herrn Rosmanitz für seinen sehr interessanten Vortrag. Der Vortrag war eine gelungene Veranstaltung - wir freuen uns schon auf den nächsten.

Historischer Stammtisch

2hist stamm

Der zweite historische Stammtisch widmete sich der neueren Krombacher Geschichte. Der Stammtisch befasste sich mit dem Leben in Krombach vor, während und nach dem 2. Weltkrieg, also die Zeit von 1930 bis 1950. Dazu hatten sich mehrere Krombacher Zeitzeugen eingefunden, um aus dieser Zeit zu berichten. Wir haben die Gespräche aufgezeichnet und werden die interessanten Gegebenheiten und Geschichten aufbereiten und später veröffentlichen.